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NEWS

zurück zur Übersicht Parlamentarischer Abend des DSB zum Thema
"Verkürzter Versorgungsweg bei der Hörgeräteanpassung"

Am 26.08.2009 fand in Berlin in der Landesvertretung Schleswig-Holstein beim Bund ein Diskussionsabend mit den behindertenpolitischen Sprechern der Bundestagsfraktionen statt:

  • Hubert Hüppe, MdB (CDU)
  • Markus Kurth, MdB (Die Grünen)
  • Dr. Erwin Lotter, MdB (FDP)
  • Dr. Ilja Seifert, MdB (Die Linke)

Dr. Harald Seidler, Präsident des Deutschen Schwerhörigenbundes e.V. (DSB), begrüßte die Teilnehmer und stellte die Situation um die Hörgeräteversorgung aus Sicht des DSB dar. Anschließend erläuterte Prof. Dr. Jürgen Kießling, Leiter des Funktionsbereichs Audiologie des Universitätsklinikums Gießen, die Unterschiede in den Abläufen sowie Vor- und Nachteile der dualen (traditionellen) Versorgung über HNO-Arzt und Hörgeräteakustiker sowie des verkürzten Versorgungsweges. Herr Christian Wettte, Vizepräsident der Bundesinnung der Hörgeräteakustiker sprach für die Leistungserbringer am Podium.

Auch das zahlreich erschiene Publikum aus allen Bereichen kam ausgiebig zu Wort. So trafen die Meinungen schwerhöriger Menschen, Hörgeräteakustiker und Anbieter des verkürzten Versorgungsweges aufeinander.

Auf die in den vergangenen Monaten hitzige Diskussion um den verkürzten Versorgungsweg hat der Gesetzgeber bereits reagiert und Änderungen1 zum § 128 SGB V beschlossen, die nicht nur zum Ziel haben, Korruption auszuschließen sondern auch mehr Versorgungsqualität in der Hörgeräteversorgung sicher zu stellen. Diese Gesetzesänderungen sind im Juli 2009 in Kraft getreten.

Der Versicherte hat die Wahlfreiheit zwischen dualer (traditioneller) Versorgung und der Versorgung beim HNO-Arzt (verkürzter Versorgungsweg). Unklar ist, wer die Qualität im verkürzten Versorgungsweg festlegt und kontrolliert. Ein Mitwirkungsrecht der Patientenvertretungen beim Abschluss der Verträge zwischen Krankenkassen/Ärzten/ Akustikern gibt es nicht.

Nicht zuletzt wurde seitens des DSB wieder einmal nachdrücklich darauf hingewiesen, dass hochgradig hörgeschädigte Menschen

  • im verkürzten Versorgungsweg nicht zu versorgen sind
  • nicht zum derzeit geltenden Festbetrag zu versorgen sind.

Diesen Aussagen stimmten alle Anwesenden durch großen Beifall zu. Nun ist die Politik gefordert, Abhilfe zu schaffen.

Bleibt zu hoffen, dass die Politiker genug Hintergrundwissen dieses für Betroffene so wichtigen Themas mitgenommen haben, um weitere notwendige gesetzliche Weichenstellungen auf den Weg zu bringen.

Renate Welter

1 siehe die Markierungen im PDF-Dokument

Dr. Harald Seidler
 

 

Markus Kurth (Die Grünen),
Dr. Ilja Seifert (Die Linke), Hubert Hüppe (CDU)
 

Dr. Kießling, Dr. Harald Seidler, Christian Wette

Dr. Kießling, Dr. Harald Seidler, Christian Wette,
Moderatorin, Dr. Lotter (FDP)

Dr. Lotter (FDP), Markus Kurth (Die Grünen),
Dr. Ilja Seifert (Die Linke)


Update: 26.08.2009