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NEWS

zurück zur Übersicht Resolution

der Deutschen Gesellschaft der Hörgeschädigten-Selbsthilfe und Fachverbände e.V. zur einseitigen Beeinflussung von Eltern hörbehinderter Kinder zum Cochlea-Implantat (CI) durch Schulen, HNO-Ärzte, Jugend- und Gesundheitsämter sowie andere behördliche Einrichtungen

Mit großer Sorge nehmen die Mitgliedsverbände der Deutschen Gesellschaft zur Kenntnis, dass es in Deutschland nicht selbstverständlich ist, Menschen mit Hörschädigung die fundamentalen Menschenrechte zuzuerkennen.

Stattdessen mehren sich in jüngster Zeit Fälle, in denen auf Eltern und Angehörige von Kindern mit Hörschädigung Druck ausgeübt wird, um eine Einwilligung in die chirurgische Implantation eines Cochlea-Implantats (CI) zu erwirken. Uns wurde von Fällen berichtet, in denen Eltern durch das Jugendamt mit dem Entzug des Sorgerechts gedroht wurde, sollten sie in die Operation ihres Kindes nicht einwilligen. In anderen Fällen wurden Kindern Leistungen der Eingliederungshilfe mit dem Hinweis verwehrt, man habe die Implantation eines CI abgelehnt.

Solche Vorfälle verstoßen in eklatanter Weise gegen die elementaren Grundrechte jedes Menschen auf körperliche Unversehrtheit und auf freie Entfaltung der Persönlichkeit. Die darin zum Ausdruck kommende Missachtung der Selbstbestimmung von Menschen mit Hörschädigung verletzt außerdem die auch für Deutschland geltenden international anerkannten Menschenrechtsstandards, wie sie zuletzt in der UN-Behindertenrechtskonvention klaren Ausdruck gefunden haben. Nach dem 2001 in Kraft getretenen Sozialgesetzbuch IX sind die Jugend- und Sozialämter als Rehaträger ausdrücklich dem Wunsch- und Wahlrecht der Menschen mit Behinderungen verpflichtet.

Wir fordern die vollständige Anerkennung dieser Rechte gegenüber Menschen mit Hörschädigung. Dazu gehört eine auf kommunikative Selbstbestimmung gerichtete umfassende Beratung, die in gleichwertiger Weise Lautsprache, das Erlernen der Gebärdensprache sowie die Gebärdensprachgemeinschaft einbezieht.

Die Beteiligten müssen in die Lage versetzt werden, im Bewusstsein der Chancen und Risiken einer CI-Implantation eine aufgeklärte Entscheidung treffen zu können, und diese Entscheidung ist einschränkungslos zu respektieren. Eine einseitige und tendenziöse Beeinflussung lehnen wir ebenso entschieden ab wie jedweden Druck auf Menschen mit Hörschädigung selbst oder ihre Angehörigen. Für derart gravierende Grund- bzw. Menschenrechtsverletzungen kann es keine Rechtfertigung geben; jede derartige Praxis ist von staatlichen Einrichtungen, Leistungsträgern und Krankenhäusern zu unterlassen und von den Verantwortlichen sofort zu unterbinden.

Denn es muss klar sein: auch die Würde von Menschen mit Hörschädigung ist unantastbar.

Diese Resolution wurde am 13.11.2010 in Eisenach durch die Mitgliedsverbände der Deutschen Gesellschaft einstimmig verabschiedet.

  • Arbeitsgemeinschaft Erzieher bei Hörgeschädigten e. V.
  • Arbeitsgemeinschaft -Leben auf dem Trapez-
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Hörbehinderter Studenten und Absolventen e. V.
  • Bundeselternverband gehörloser Kinder e. V.
  • Bundesfachverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie
  • Bundesjugend im Deutschen Schwerhörigenbund e. V.
  • Bundesverband der Gebärdensprachdolmetscher/innen Deutschlands e. V.
  • Bundesverband der SozialarbeiterInnen/SozialpädagogInnen
    für Hörgeschädigte e. V.
  • Bundesverband der Studierenden der Gehörlosen- und
    Schwerhörigenpädagogik e. V.
  • Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Gehörlosenseelsorge e. V.
  • Deutsche Cochlear Implant Gesellschaft e. V.
  • Deutsche Gehörlosen Jugend e. V.
  • Deutsche Hörbehinderten-Selbsthilfe e. V.
  • Deutsche Tinnitus-Liga e. V.
  • Deutscher Fachverband für Gehörlosen- und Schwerhörigenpädagogik e. V.
  • Deutscher Gehörlosen-Bund e. V.
  • Deutscher Schwerhörigenbund e. V.
  • Deutscher Wohlfahrtsverband für Gehör- und Sprachgeschädigte e. V.
  • Die Arbeitsstelle Pastoral für Menschen mit Behinderung der Deutschen Bischofskonferenz
  • Evangelische Schwerhörigenseelsorge in Deutschland e.V.
  • Gesellschaft für Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser e. V.
  • Gesellschaft der Gehörlosen und Schwerhörigen-Selbsthilfe
    und Fachverbände- NRW e. V.
  • Hessische Gesellschaft zur Förderung der Gehörlosen und Schwerhörigen e. V.
  • Verband der Katholischen Gehörlosen Deutschlands e. V.

Dr. Ulrich Hase, Vorsitzender der DG
Renate Welter, Stv. Vorsitzende
Andreas Kammerbauer, Stv. Vorsitzender


Update: 29.11.2010