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Statistische Angaben zur Hörschädigung in Deutschland (2005)
Voraussetzung
Der deutsche Schwerhörigenbund versucht, sich ohne vorhandene Erhebungen statistische Aussagen über die Verbreitung der Schwerhörigkeit in Deutschland zu verschaffen. Dazu bedient er sich einer Einzeluntersuchung aus dem Jahr 1999, die Werte zu Grunde legt, die auf Basis einer Befragung von 2000 hausärztlichen Patienten entstanden sind. Die daraus resultierenden Ergebnisse sind zwar nicht befriedigend; es ist aber das beste, was heute existiert.
Die angesprochene Untersuchung ist von Dr. Sohn von der Universität Witten/Herdecke in Zusammenarbeit mit Siemens Audiologische Technik entwickelt worden und der Öffentlichkeit in einer Pressekonferenz in Berlin im März 2000 vorgestellt worden. Im wesentlichen hat Dr. Sohn sie in zwei Ergebnissen veröffentlicht:
1. Ergebnis:
19 % der deutschen Bevölkerung über 14 Jahre sind hörbeeinträchtigt; davon sind
- leichtgradig schwerhörig - 56,5%
- mittelgradig schwerhörig - 35,2%
- hochgradig schwerhörig - 7,2%
- an Taubheit grenzend schwerhörig - 1,6%
2. Ergebnis:
Mit zunehmenden Alter nimmt der Prozentsatz der Hörgeschädigten zu
- 14-19 Jahre: 1%
- 20-29 Jahre: 2%
- 30-39 Jahre: 5%
- 40-49 Jahre: 6%
- 50-59 Jahre: 25%
- 60-69 Jahre: 37%
- 70 Jahre und älter: 54%
Eigene Ableitung
Aus dem 2.Ergebnis der Untersuchung von Dr. Sohn hat der Deutsche Schwerhörigenbund die Entwicklung von Schwerhörigen in Deutschland von 2000 bis 2005 abgeleitet, indem die Entwicklung der Altersstruktur dieser Jahre zu Grunde gelegt wird. Mit Hilfe der obigen Prozentzahlen erlangt man eine Veränderung der Schwerhörigenanzahl in Abhängigkeit von der Altersstruktur der Bevölkerung. Die Ergebnisse im Einzelnen:
Gleichzeitig ist die Bevölkerung in den fünf Jahren angestiegen:
Damit ist anzunehmen, dass die Anzahl der Schwerhörigen nicht nur in prozentualer Hinsicht, sondern auch absolut gestiegen ist. Der Deutsche Schwerhörigenbund gibt bewusst keine absoluten Zahlen an, weil die zwar errechnet werden können, aber einer großen Unsicherheit unterliegen.
Interpretation des Ergebnisses
Wenn man die Prozentzahl von Dr. Sohn zu Grunde legt, so waren im Jahr 1999 in Deutschland rund 13 Mio. Menschen schwerhörig. Die Gesamtzahl der Bevölkerung über 14 Jahren bewegt sich um die 70 Mio. 0,4% dieser Zahl bedeutet einen Anstieg um 0,3 Mio. pro Jahr, also um 1,5 Mio. in 5 Jahren. Da sich der prozentuale Anteil kaum bewegt, ist der Anstieg der Schwerhörenden in Deutschland um gerade diese 19% davon, also um 0,3 Mio. in diesen fünf Jahren anzunehmen.
Vergessen dabei darf man nicht das Ergebnis von Dr. Sohn, wonach 50% davon nur leichtgradig schwerhörig sind und damit nicht unter die Menge der Hauptzielgruppe für behinderungsspezifische Hilfen fällt.
Bei der gesamten Betrachtung schmerzt das Fehlen neuerer Daten, die das Ergebnis dieser Studie erhärten bzw. widerlegen könnten.
Karsten Ständer
Essen, Januar 2007
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