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zurück zur Übersicht Handhabung von Hörgeräten

Der demographische Wandel unserer Bevölkerung wird seit etlichen Jahren von Politik und Gesellschaft als ein wachsendes Problem erkannt und es werden Maßnahmen erarbeitet.

Leider hat die Hörgeräte-Industrie die Entwicklung der immer älter werdenden Mitbürger bisher nahezu vollständig übersehen. Sie folgt beharrlich dem selbst gewählten Dogma, nach dem Hörgeräte immer kleiner, noch kleiner, möglichst unsichtbar sein sollten.

Angeblich wolle "der Markt" es so, wird argumentiert.

Die Hörgeräte-Industrie lässt bei diesen Festlegungen unberücksichtigt, dass ein wachsender Anteil unter den immer älter werdenden Menschen unter verringerter Feinmotorik leidet. Ursächlich hierfür können u.a. Gicht, spastischen Erkrankungen, Parkinson und Nervenschäden sein. Auch ist zu berücksichtigen, dass die Sehkraft im Alter nachlässt, was Auswirkungen auf die Fingerfertigkeit haben kann.

Ebenso wenig wird an pflegebedürftige, bettlägerige und zugleich schwerhörige Menschen und deren besondere Anforderungen an die Hörgeräteversorgung gedacht. Gleichfalls unberücksichtigt bleiben die Probleme, die das Pflegepersonal in Pflegeeinrichtungen mit der Handhabung kleiner und oft sehr unterschiedlich gebauter Hörgeräte hat.

Obwohl leider keine konkreten Zahlen vorliegen, ist davon auszugehen, dass eine größere Anzahl schwerhöriger Menschen mit den winzigen Geräten und Batterien nicht zurechtkommen.

Folgende Probleme treten vor allem auf:
  • Die Reinigung der Ohrpassstücke ist erschwert.
  • Das "Durchpusten" des Schallschlauches bei Auftreten von Kondenswasser ist kaum möglich.
  • Der Batteriewechsel bereitet Schwierigkeiten, besonders bei Verwendung kleiner Knopfzellen und entsprechend kleiner Batteriefächer.
  • Das Ein- und Ausschalten der Hörgeräte über das Batteriefach wird von Betroffenen als schwierig beschrieben, besonders wenn wegen plötzlich auftretendem großen Lärm die Hörgeräte schnell abgestellt werden sollen. Der früher verwendete M-T-0-Schalter wird als bessere, da einfacher zu bedienende Lösung angesehen.
  • Das Aufsetzen der Audio-Schuhe auf das Batteriefach ist schwierig.
  • Fernbedienungen werden oft nicht akzeptiert, da sie leicht verlegt werden können und zudem meist zu kleine Bedienungen und Displays mit kleiner Schrift aufweisen oder anderenfalls zu schwer sind.

Als Folge dieser ungelösten Schwierigkeiten bei der Handhabung von Hörgeräten werden diese nur selten getragen und verstauben als ungenutzte "Schubladengeräte".

Folgende Forderungen werden vom DSB als Interessenvertreter der Hörgeräteträger an Hörgeräte-Hersteller und Hörgeräteakustiker gestellt:

  1. Verwendung von großen Batterien Größe 625.
  2. Die Batterieschächte müssen stabiler gebaut werden, um Einlegen und Herausnehmen der Batterien zu erleichtern.
  3. Die Hörgeräte sollten wie früher mit einem M-T-0-Schalter ein- bzw. ausgeschaltet werden können.
  4. Die Hörgeräte für bettlägerige Personen müssen zur Verfügung gestellt werden in besonders stabiler, schwitzfester Ausführung.
  5. Es sollte eine leichte Fernbedienung mit Bedienungen und Displays in ausreichender Größe entwickelt werden, die für Hörgeräte verschiedener Hersteller nutzbar ist.
  6. Besonders zu begrüßen wäre es, wenn Hörgeräte aus einzelnen Modulen zusammengesetzt würden, dann könnte jeder Hörgeräteträger seine Geräte nach seinen individuellen Wünschen und Bedürfnissen frei wählbar zusammenstellen.
  7. Die Palette der möglichen Hörgeräte für den genannten Personenkreis muss etwa dem üblichen Angebot entsprechen, damit eine optimale Hörgeräteversorgung für jeden Betroffenen möglich ist.

Nach unseren Informationen wurden für die früheren M-T-0-Schalter Legierungen mit Cadmium oder Nickel verwendet, die nach der Medizinprodukte-Verordnung nicht mit der Haut in Berührung kommen dürfen. Die Hörgeräte-Industrie wird aufgefordert, Werkstoffe für die M-T-0-Schalter zu entwickeln, die gesundheitlich unbedenklich sind.

Zuletzt macht der DSB auf einen gewichtigen Nachteil kleiner Hörgeräte aufmerksam. Wegen der kleinen Baugrößen fehlen hier oft wichtige Komponenten wie die Induktionsspule und der Audio-Eingang, welche den Anschluss externer Geräte wie Übertragungsanlagen ermöglichen. Dadurch werden Besitzer derartiger Hörgeräte ausgeschlossen, wenn Hilfestellung mittels einer FM-Anlage angeboten wird. Daher erwarten sowohl der DSB als auch die internationalen Schwerhörigenverbände, dass Hörgeräte grundsätzlich aktivierte Induktionsspulen und Audio-Eingänge aufweisen. Weiterhin muss beim Kauf von Hörgeräten auf diese unverzichtbaren Hilfen hingewiesen und ein Test ermöglicht werden.

Hannover 08.01.2014 / RE