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Deutscher Schwerhörigenbund e. V.

Dokumentation der Workshops 2022-2024

Der Einladung zum ersten Strategie-Workshop in Berlin zum Thema „EUTBV-ein politischer Auftrag an die Selbsthilfe“ folgten Vertreter der DCIG, pro Retina, Berater*innen verschiedener DSB-EUTBs sowie Trägerverantwortliche. Aufgrund der noch sehr hohen Inzidenzzahlen wurde dieser Strategie-Workshop in hybrider Form mit Unterstützung von 2 Technikern und 2 Schriftdolmetscherinnen erfolgreich durchgeführt. Die Teilnehmenden waren durchweg begeistert.

Das Ziel dieses Strategie-Workshops war, sich mit der Antragstellung nach der neuen EUTB Verordnung zu befassen und wie die Beratungslandschaft des DSBs zukünftig aufgestellt sein  könnte.

Nachdem es am Freitag mit einer Kennlernrunde, den Erwartungen und Zielen der Teilnehmenden losging, befassten sich die Teilnehmenden am Samstag mit den Fragen:

„Was soll/kann/muss eine EUTB Stelle in der Region leisten? Austausch zu praktischen Erfahrungen, z.B. mit einer Tandem-Beratung“, Was bedeutet die EUTB Arbeit in der Umsetzung für den politischen Auftrag an die Selbsthilfe?“

Am Sonntag ging es nochmal um die Personal- und Qualifikationsanforderungen an Peer- oder andere Berater*innen in einer EUTB- oder anderen Beratungsstellen, bevor die Ergebnisse schriftlich festgehalten wurden.

Als Ziele wurden unter anderem fixiert: Konzentration auf Netzwerkarbeit, das Thema Öffentlichkeitsarbeit – z.B. muss die Unterscheidung zwischen Öffentlichkeitsarbeit und politischer Arbeit noch verständlicher gemacht werden - darüber hinaus ist die Lobbyarbeit zu intensivieren – dazu sind Ehrenamtler verstärkt zu schulen, Förderung der Jugendarbeit und ebenso Motivation der Mitglieder sich politisch zu engagieren.

Programm    Flyer

Materialien ():

EUTBV - Druckversion
Bild Tag 1
Bild Tag 2
Screenshot
Fotoprtokoll

 

Der zweite Strategie-Workshop in diesem Jahr wurde online durchgeführt und widmete sich dem Thema "Ansätze zur Umsetzung einer kommunikativen Barrierefreiheit in der Pflege".

Im Rahmen der letzten Pflegereform wurde 2019 die ‚Konzertierte Aktion Pflege‘ ins Leben gerufen, und damit auch die Reform des Pflegeberufegesetzes angestoßen. Seit Januar 2020 ist nun die neue generalistische Pflegeausbildung am Start. Die ersten Evaluierungen im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sind angelaufen.

Eine barrierefreie Teilhabe an Pflegeleistungen ist für sehr viele hörbehinderte Menschen ein existenzielles Thema.

Mit dem jetzigen Strategie-Workshop hat der DSB daher an Aktionen und Projekte aus 2021, dem Strategie-Workshop zur „Barrierefreien Pflege“, die daraus abgeleiteten „Wahlprüfsteine“ und den Kommunikationsleitfaden für die Pflege angeknüpft und der Faden weitergesponnen.

Betrachtet wurde dabei vor allem die Umsetzung der kommunikativen Barrierefreiheit in der Pflege, respektive in der Pflegeausbildung, und der damit verbundenen Kenntnis zum Thema Hörstörung.

Der Freitag war dem Input von drei Referenten mit anschließender Diskussion vorbehalten. Einen Einstieg ins Thema gab Reiner G. Hoffmann, Lehrkraft/Dozent für Pflege an der Caritas- Diakonie Berufsfachschule für Pflege der Caritas-Diakonie Schulträger gGmbH, Bamberg mit seinem Impulsvortrag zu „Die Struktur der generalistischen Pflegeausbildung - Thematik Hörbehinderung im Lehrplan“. Zur Entstehung und den Aufgaben des Berufsverbandes für Pflegeberufe referierte Marina Kauer, stellv. Geschäftsführerin des DBfK Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe Nordwest e.V. Sie wies darauf hin, wie wichtig Qualität in der Pflege sei und demzufolge auch die Rückkopplung von der Betroffenenseite. Sie ermunterte hier zu einer Zusammenarbeit. Einen Einblick in den konkreten Pflegealltag und typischen kommunikationsrelevanten „Stolpersteinen“ mit Hörbeeinträchtigten lieferte zum Abschluss Kai Hillert, Lehrer an der Franziska Schervier Berufsfachschule, Bethlehem Gesundheitszentrum Stolberg.

Am Samstag wurde aktiv in 2 moderierten Kleingruppen, die in Breakout Rooms organisiert wurden, gearbeitet. Gruppe 1 beschäftigte sich mit dem Entwurf für ein Schulungskonzept zum „Fachreferenten Pflege“.  Gruppe 2 beschäftigte sich mit dem Thema Netzwerke und den damit verbundenen Herausforderungen, mit denen die Selbsthilfe konfrontiert ist. Lösungsansätze wurden formuliert. Die Informationen vom Vortag flossen in die Arbeit ein. Am Nachmittag wurden die Ergebnisse im großen Plenum vorgestellt und heiß diskutiert.

Als Zielsetzungen für nächste konkrete Schritte wurden festgehalten:

  • Verbreitung des Pflegeleitfadens
  • Sensibilisierung von Pflegeakteuren
  • Netzwerkaufbau
  • Das Thema Hörstörung überhaupt bekannter machen

Die größte Herausforderung allerdings, und das war das allgemeine und immer wiederkehrende Fazit, sind die begrenzten Personalressourcen und begrenzten finanziellen Mittel, mit denen die Selbsthilfe auskommen muss, um überhaupt am Partizipationsprozess teilnehmen und sich einbringen zu können.

Zum Abschluss des Workshops hat sich eine neue Arbeitsgruppe zum Themenschwerpunkt Pflege formiert. Diese wird sich Anfang Juli zum ersten Mal treffen, die gesetzten Aufgaben konkretisieren und mit der Umsetzung beginnen.  

In der Feedbackrunde wurde das Format des Workshops mit der intensiven, an konkreten Fragestellungen orientierten Gruppenarbeit und einem gemeinsam verabschiedeten Arbeitsplan von allen Beteiligten als sehr bereichernd und konstruktiv hervorgehoben.

Der gesamte Strategie-Workshop wurde online durch Schriftdolmetscherinnen begleitet. Die Firma Ton&Technik Scheffe sorgte für die notwendige Infrastruktur der Veranstaltung.

Gudrun Brendel

Programm    Flyer 

Materialien ():

Struktur generalistische Pflegeausbildung - Thematik Hörbehinderung -Reiner Hofmann

Vorstellung DBfK Nordwest e.V. - Marina Kauer

Menschen mit Hörbeeinträchtigung im Pflegealltag - Kai Hillert

Screenshot

Im dritten Strategie-Workshop des DSB drehte sich alles um das Thema Kinder und Jugend.

Der Workshop wurde durch den DSB Präsidenten Dr, Matthias Müller eröffnet und von Frau Kriemhild Egermann-Schuler, Gesundheits- und sozialpolitische Referentin – DSB, moderiert.

Im Workshop wurde die Inklusion in der Kinder- und Jugendhilfe thematisiert, so dass die aktive Beteiligung an der SGB VIII-Novelle (KJSG) mit Hilfe von Referaten aufgezeichnet wurde.

Dafür wurde sich zunächst mit Grundsatzfragen sowie der Vertiefung des KJSG und zum SGB VIII eingehend beschäftigt. Zudem wurden Einblicke in die Erfahrungen aus der Praxis als Jugendleiterin vorgestellt.  Zudem wurden Entwicklungen in Hessen und Erfahrungen mit Trägern der Kinder- und Jugendhilfe dargelegt. Überdies wurde das Projekt „Ohrenstark“ vorgestellt.

Referent*innen waren Herr Lautenbach, (Referent für Grundsatzfragen SGB VIII und Hilfen zur Erziehung der AWO), Frau Helke (Jugendleiterin im BdS e.V. für außerschulische Bildung) und Frau Blochius (Referatsleiterin Hessen DSB und Geschäftsführerin Stiftung für Gehörlose und für Schwerhörige).

Mit Hilfe der aufschlussreichen Referate wurden Lösungsvorschläge zur Positionierung des DSB gefunden.

Die Veranstaltung fand online via Zoom statt.

Programm    Flyer

Materialien ():

Überblick über das Kinder- und Jugendstärkungsgesetz (KJSG) - Kriemhild Egermann-Schuler 

Erfahrungen aus der Prxis als Jugendleiterin - Ines Helke

Empowerment - Angebote für Kinder und Jugendliche mit einer Hörbehindeung - Petra Blochius

Gruppenbild

Ansprechpartnerin:
Kriemhild Egermann-Schuler
kriemhild.egermann-schuler(@)schwerhoerigen-netz.de
Update: 1. November 2022